Alkohol bei Stress: Den Feierabend anders gestalten
Der Arbeitstag ist vorbei, aber im Kopf geht er weiter. Wenn Alkohol bisher das Signal zum Abschalten war, fehlt nach dem Verzicht zunächst genau dieser Übergang. Dafür brauchen Sie eine neue, alltagstaugliche Lösung.

Kurz erklärt
Alkohol kann sich kurzfristig entlastend anfühlen, löst die Ursache von Stress aber nicht. Regelmäßiges Trinken zur Beruhigung kann neue Belastungen schaffen. Hilfreich ist ein konkreter Plan für die kritische Situation – ergänzt durch Unterstützung, wenn die Anspannung oder das Verlangen anhält.
Welcher Moment bringt Sie zum Trinken?
Das BIÖG weist darauf hin, dass die vermeintliche Entlastung durch Alkohol nur kurz anhält und ein regelmäßiges Bewältigungsmuster zusätzliche Probleme begünstigen kann. Dazu gehören unter anderem schlechter Schlaf und Abhängigkeit. BIÖG: Alkohol gegen Stress und andere Wege zur Entspannung Interessant ist deshalb nicht nur die Frage, wie viel Stress Sie haben, sondern wann Sie zum Alkohol greifen möchten.
Ist es der Heimweg, ein Streit, der erste stille Moment in der Wohnung oder eine Nachricht am Abend? Schreiben Sie eine typische Situation auf: Was ist passiert, was fühlen Sie, was hätten Sie gerade gebraucht? Die Notiz muss weder ausführlich noch perfekt sein.
Ein Ersatz für den Übergang, nicht nur für das Getränk
Wenn das Feierabendbier vor allem eine Pause markiert hat, reicht ein anderes Getränk möglicherweise nicht aus. Probieren Sie eine kleine, verlässliche Handlung, die für Sie das Arbeitsende kennzeichnet. Zum Beispiel:
- Die letzte offene Aufgabe für morgen notieren und den Arbeitsrechner schließen.
- Eine kurze Runde draußen gehen, bevor Sie sich auf das Sofa setzen.
- Mit einer vertrauten Person verabreden, wann Sie über einen schwierigen Tag sprechen können.
- Für die erste halbe Stunde zu Hause keine zusätzlichen Aufgaben einplanen.
Das sind mögliche Alltagsexperimente, keine Behandlung. Wählen Sie eines davon und prüfen Sie nach einigen Tagen, ob es zu Ihnen passt. Mehrere neue Pflichten gleichzeitig können den Druck zusätzlich erhöhen.
Manche Stressquellen brauchen eine eigene Lösung
Ein Spaziergang verändert keinen dauerhaft übervollen Dienstplan und beendet keinen Konflikt. Trennen Sie deshalb akute Entlastung von der eigentlichen Belastung. Welche Aufgabe können Sie abgeben? Welche Absprache fehlt? Mit wem lässt sich über die Situation sprechen?
Wenn die Nächte zunehmend unruhig werden, lohnt sich auch ein Blick auf Alkohol und Schlaf. Beim starken Drang zu trinken geht es zusätzlich um Suchtdruck, nicht bloß um eine fehlende Freizeitidee.
Wann Sie Unterstützung dazunehmen sollten
Wenn Sie das Gefühl haben, ohne Alkohol nicht mehr zur Ruhe zu kommen, sprechen Sie mit einer Praxis oder Suchtberatungsstelle. Sie müssen nicht warten, bis Arbeit oder Beziehungen zusammenbrechen.
Zittern oder andere körperliche Beschwerden nach einer Trinkpause sollten nicht pauschal als Stress abgetan werden. Bei möglicher Abhängigkeit muss auch ein Entzug ärztlich eingeschätzt werden. Alkoholleitlinie: Behandlung des Alkoholentzugssyndroms Ein plötzliches Allein-Absetzen ist dann kein Entspannungsexperiment.
Quellen und Einordnung
Redaktionell erstellte Orientierung von Abstinenzcheck. Die verlinkten Fachinformationen wurden für diesen Beitrag herangezogen. Keine individuelle medizinische, psychologische oder rechtliche Beratung.
- BIÖG: Alkohol gegen Stress und andere Wege zur Entspannung
- Alkoholleitlinie: Behandlung des Alkoholentzugssyndroms
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