Suchtberatung: So gelingt der erste Kontakt
„Ist mein Problem überhaupt schlimm genug für eine Beratung?“ Diese Frage hält viele Menschen länger zurück als nötig. Sie dürfen schon dann ein Gespräch suchen, wenn Sie unsicher sind oder etwas verändern möchten.

Kurz erklärt
Eine Suchtberatung ist eine Anlaufstelle für Fragen zum eigenen Konsum und für Angehörige. Im DHS-Suchthilfeverzeichnis finden Sie Angebote nach Ort, Thema und Sprache. Drugcom bietet persönliche, kostenlose Online-Beratung. Klären Sie beim jeweiligen Angebot Termine, Vertraulichkeit und mögliche Kosten. Akute medizinische Notfälle gehören nicht in eine Beratungswarteschlange.
Vor Ort oder online anfangen
Im Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen können Sie nach Ort, Thema, Angebotsart und Sprache suchen. Sie müssen nicht jedes Suchfeld ausfüllen. Die Angaben stammen von den Einrichtungen selbst; den aktuellen Zugang klären Sie dort direkt. DHS: Suchthilfeverzeichnis
Wenn Ihnen ein Online-Einstieg leichter fällt, bietet drugcom kostenlose persönliche Beratung zu Drogen- und Suchtfragen per Chat beziehungsweise über die verlinkte E-Mail-Beratung. BIÖG / drugcom: Kostenlose Drogen- und Suchtberatung online Bei Cannabis ist auch das anonyme Programm Quit the Shit eine Möglichkeit. BIÖG / Quit the Shit: Kostenloses und anonymes Beratungsprogramm Ein solches Angebot ist kein rund um die Uhr besetzter medizinischer Notdienst.
Ein einfacher Satz reicht für die erste Anfrage
Sie müssen Ihre ganze Geschichte nicht in einer Nachricht ausformulieren. Beispielsweise: „Ich mache mir wegen meines Konsums Sorgen und möchte ein erstes Gespräch vereinbaren.“ Als Angehöriger können Sie entsprechend sagen, dass Sie Unterstützung im Umgang mit einer nahestehenden Person suchen.
Fragen Sie anschließend:
- Ist das Angebot für meine Situation zuständig?
- Wann und in welcher Form ist ein Erstgespräch möglich?
- Welche Angaben brauchen Sie dafür, und wie gehen Sie damit um?
- Ist die Beratung kostenfrei? Falls nicht: Welche Kosten entstehen?
Übermitteln Sie sensible Unterlagen nur über den vorgesehenen Kontaktweg. Bei unklaren Antworten dürfen Sie nachfragen, bevor Sie persönliche Dokumente versenden.
Was Sie zum Gespräch mitbringen können
Einige Stichpunkte genügen: Was belastet Sie gerade? Was möchten Sie ändern? Was haben Sie schon ausprobiert? Falls Sie Medikamente einnehmen oder bereits behandelt werden, erwähnen Sie das. Sie dürfen auch sagen, wenn Ihnen ein Thema noch schwerfällt.
Es hilft, am Ende einen kleinen konkreten nächsten Schritt festzuhalten: einen Folgetermin, eine ärztliche Abklärung oder einen passenden weiteren Kontakt. Wenn ein Angebot nicht zuständig ist, fragen Sie nach einer geeigneten Anlaufstelle. Eine erste Absage wegen fehlender Kapazität bedeutet nicht, dass Ihr Anliegen unwichtig ist.
Suchtberatung, MPU-Vorbereitung und Notfallhilfe unterscheiden
Geht es zusätzlich um den Führerschein, nennen Sie das früh. Fragen Sie, welche Unterstützung die Stelle tatsächlich anbietet und was eine eventuelle Bescheinigung aussagt. Ein Beratungsgespräch ersetzt nicht automatisch einen Abstinenznachweis oder eine gezielte MPU-Vorbereitung.
Bei akuter Lebensgefahr gilt 112. Für dringende, nicht lebensbedrohliche ärztliche Hilfe außerhalb der Sprechzeiten ist 116117 vorgesehen. gesund.bund.de: Notfallnummern und ärztlicher Bereitschaftsdienst Warten Sie in einer solchen Lage nicht auf die Antwort eines Online-Beratungsdienstes.
Quellen und Einordnung
Redaktionell erstellte Orientierung von Abstinenzcheck. Die verlinkten Fachinformationen wurden für diesen Beitrag herangezogen. Keine individuelle medizinische, psychologische oder rechtliche Beratung.
- DHS: Suchthilfeverzeichnis
- BIÖG / drugcom: Kostenlose Drogen- und Suchtberatung online
- BIÖG / Quit the Shit: Kostenloses und anonymes Beratungsprogramm
- gesund.bund.de: Notfallnummern und ärztlicher Bereitschaftsdienst
Die Regeln Ihres konkreten Programms und die fachliche Einzelfallbewertung bleiben maßgeblich. Anbieter und Kontakt.


